Die Unsicherheit
nimmt zu

Branche kämpft mit vielen Engpässen

-Klaus Baumeister- München/Münster - Wer baut, braucht Geld und Geduld. Das wissen auch Dr. Carsten Düerkop, Vorstand der DZ Hyp in Münster, und Achim Friedrich von der Sparkassen-Immobilien GmbH Münster. Übereinstimmend erklären sie im Gespräch mit unserer Zeitung, dass die Immobilienbranche inzwischen mit vielen Engpässen kämpfe: knappes Bauland, lange Genehmigungszeiten und zu allem Überfluss auch noch die mehr als üppige Auftragslage im Baugewerbe.

„Man findet keine Handwerker mehr“, gibt Friedrich die Klagen der Investoren wider. Wobei Düerkop positiv vermerkt, dass es in anderen Regionen „noch viel schlimmer aussieht“. Das Münsterland habe eine ausgeprägte Handwerkertradition, die anderswo fehle. Bauherren mit langjährig bestehenden Geschäftsbeziehungen zu Handwerksbetrieben seien da im Vorteil.

Gleichwohl habe speziell bei Projekten mit einem längeren Vorlauf die Verunsicherung zugenommen, ist auf der Immobilienmesse Expo Real in München zu hören, wo auch Düerkop und Friedrich aktuell ihren Geschäften nachgehen. Man wisse nie, ob die bei Beginn eines Bauvorhabens erstellte Kalkulation auch am Ende noch Bestand habe. Auch sei es inzwischen keine Seltenheit mehr, Grundstücke auf „Verdacht“ zu kaufen, um überhaupt eine Chance zu haben.

Das in Münster gültige Prinzip der „sozialgerechten Bodennutzung“ ist laut Immobilienexperte Friedrich inzwischen „eingepreist“. Das Prinzip besagt, dass bei jedem größeren Bauvorhaben, für das ein Bebauungsplan erforderlich ist, der Investor eine Quote von 30 Prozent Sozialwohnungen erfüllen muss. Erreicht wird dies über eine Mischkalkulation. Flapsig ausgerückt: Die teureren Wohnungen finanzieren die preiswerten mit.

Quelle: Westfälische Nachrichten

 
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