Aktuelle Informationen
rund um Immobilien

Teure Mieten in Großstädten

Bedarf an Wohnraum ist hoch

Obwohl jedes Jahr mehr als 350.000 Wohnungen entstehen, ist die Nachfrage höher als das Angebot (Foto: dpa)

-dpa- Berlin - Wer umziehen muss, hat ein Problem – jedenfalls mit einem geringen bis normalen Einkommen in Groß- oder Uni­städten. Dort steigen die Mieten immer weiter, Gedränge bei „Massenbesichtigungen“ gehört zum Alltag, ohne umfangreiche Bewerbungsmappe haben Miet­interessenten oft keine Chance. Die Politik versucht gegenzusteuern.-Wie entwickeln sich die Mieten?

In Ballungsräumen geht es seit Jahren nur aufwärts. Der Deutsche Mieterbund rechnet für dieses Jahr mit einer Steigerung von durchschnittlich fünf Prozent, in Großstädten noch mehr. Im Mietspiegel 2018 – also der Übersicht, mit der oft Mieterhöhungen begründet werden – dürften die Mieten demnach im Mittel rund zehn Prozent höher liegen als im vorherigen Preisüberblick 2016. Der Immobilienverband stellte Ende letzten Jahres in einer Studie zwar fest, dass der Anstieg der Mieten sich verlangsamt und sogar in manchen Großstädten stagniert. Insgesamt geht es trotzdem nach oben.-Woran liegt das?

Wohnungen fehlen dort, wo immer mehr Leute wohnen wollen. Anderswo stehen sie leer. Insgesamt fehlen Experten zufolge rund eine Million Wohnungen. Bis vor rund zehn Jahren sank die Zahl der gebauten Wohnungen jahrelang. Seitdem steigt sie – hält aber mit dem Bedarf nicht mit. Deswegen sind sich Branche und Politik einig, dass pro Jahr 350 000 bis 400 000 neue Wohnungen entstehen sollten – darunter rund 80 000 Sozialwohnungen für Mieter mit Wohnberechtigungsschein. Denn bisher entstehen gemessen am Bedarf noch zu viele Ein- und Zweifamilienhäuser sowie sogenannte Luxuswohnungen.--Was will die nächste GroKo machen, wenn sie zustande kommt?

Ziel sind insgesamt 1,5 Millionen neue Wohnungen. Kommunen sollen künftig für unbebautes Land eine höhere Grundsteuer erheben dürfen, damit mehr Boden zur Bebauung genutzt wird. Zudem soll der Bund den Ländern und Kommunen günstiger Grundstücke überlassen können. Union und SPD wollen weiterhin Milliarden für den sozialen Wohnungsbau bereitstellen, den Bau bezahlbarer Wohnungen steuerlich fördern und mit einem Baukindergeld Familien fördern, die kaufen oder bauen. Die Mietpreisbremse soll über Transparenzregeln wirksamer werden und Mieter bekommen mehr Schutz vor Verdrängung durch Modernisierungen.-Was kritisiert die Branche?

Da gehen die Meinungen je nach Standpunkt aus­einander. Die Verschärfung der Mietpreisbremse findet der Mieterbund richtig und hätte es gern noch strenger, der Immobilienverband findet sie falsch. Ähnlich sieht es mit dem Plan aus, dass Vermieter die Modernisierungskosten weniger auf die Mieter umlegen dürfen. ­Mieter- und Eigentümervertreter sehen das Baukindergeld kritisch: Es werde wohl von Bauunternehmen abgeschöpft, indem sie die Preise erhöhten – das sei schon bei der Eigenheimzulage so gewesen. Der Immobilienverband dagegen begrüßt das Extra-Baugeld für Familien. Ein Ärgernis sind für die Verbände langwierige Baugenehmigungen, für die jedes Bundesland eigene Regeln hat und in den Kommunen die Kapazitäten fehlen.

Quelle: Westfälische Nachrichten

Nach oben scrollen