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Münster auf der Immobilienmesse „Expo Real“ in München

Konversion mit Seele

Konvoy-Geschäftsführer Alfons Reinkemeier (v.l.) und Planungsdezernent Robin Denstorff werben auf der Imobilienmesse "Expo Real" in München für die Konversionsflächen in Münster. Auch Oberbürgermeister (r.) freut sich darüber, dass es Münster in der Messe-Zeitung ganz nach vorn geschafft hat. Foto: kb

-Klaus Baumeister- Münster/München - 64 Seiten stark ist die „Fachzeitung für die Immobilienwirtschaft“, die derzeit jedem Besucher der Immobilienmesse „Expo Real“ auf dem Messegelände in München in die Hand gedrückt wird. Die Titelgeschichte auf Seite drei widmet sich Münster, genauer gesagt der Konversion. Bekanntlich sollen auf dem Gelände der York- sowie der Oxford-Kaserne in den kommenden Jahren 3000 Wohnungen gebaut werden. Da wird man auf der weltweit größten Immobilienmesse schon mal zur Seite-drei-Geschichte.

Münsters Planungsdezernent Robin Denstorff und Alfons Reinkemeier, Geschäftsführer des städtischen Konversions-Unternehmens Konvoy, können sich am Münsterland-Stand über so viel Aufmerksamkeit nur freuen. „Wir möchten möglichst viele Interessenten ­haben“, sagt Denstorff mit Blick auf die künftige ­Vermarktung der 75 Hektar großen Quartiere. „Je mehr Konkurrenz, desto besser.“
Dabei denkt der Planungsdezernent nicht vorrangig an den zu erzielenden Kaufpreis, sondern eher an die qualitativen Standards, etwa bei Stellplätzen für E-Autos oder innovativen Lösungen zum Abstellen der Fahrräder.

Knapp ein Drittel der Wohnungen soll das städtische Wohnungsunternehmen Wohn- und Stadtbau errichten, somit bleiben über 2000 Wohnungen, die von privaten Investoren gebaut werden sollen, wobei das klassische Einfamilienhaus in beiden Quartieren die Ausnahme bleiben soll.

Nach Auskunft von Reinkemeier steht noch nicht fest, „wie viele Lose wir ­ausschreiben“. Keinesfalls sei geplant, dass sich drei oder vier Anbieter die Baufelder aufteilen. Im Gegenteil: Denstorff kann sich sogar vorstellen, bei der Suche nach Investoren „runter zu gehen bis auf sechs Wohneinheiten“, um eine möglichst große Vielfalt zu erreichen.

Alfons Reinkemeier hat nach eigenem Bekunden bereits „40 bis 50 Interessen­bekundungen“ für die beiden Konversionsflächen entgegengenommen. Dabei ­gehe es nicht allein um Grundstücksanfragen, sondern auch um Dienstleistungen aller Art.

In der Ratssitzung am Mittwoch sollen wichtige Beschlüsse für die beiden neuen Baugebiete fallen, etwa zu den Bebauungsplänen sowie zum Straßenbau und zur Kanalisation. Gut ein Jahr werden die vorbereitenden Arbeiten in Anspruch nehmen. „Wir bauen eine Kleinstadt“, umreißt Dezernent Denstorff in München die Dimension des Bauvorhabens. Für die Projekte in Gremmendorf und Gievenbeck spreche, dass „sie eine Seele und eine gute Erschließung“ haben. Sprich: Die beiden Kasernen stehen nicht auf der grünen Wiese, sondern haben eine direkte Anbindung an die jeweiligen Stadtteile.

Reinkemeier, in Personalunion auch Kämmerer der Stadt Münster, hat dabei auch das liebe Geld im Blick. Als neue Eigentümerin der Flächen geht die Stadt finanziell in Vorleistung. Reinkemeier will sich nicht mit der schwarzen Null begnügen, sondern einen leichten Überschuss erzielen. Auch in dieser Hinsicht soll Konkurrenz das Geschäft beleben. Am Messestand verkündet er deshalb nicht ohne Grund: „Wir nehmen noch Interessenbekundungen entgegen.“

Quelle: Westfälische Nachrichten

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