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Experten bestätigen: Junge Familien haben es schwer

Mit Garten? Träumt weiter...

DSV/Image Source/Westend61

-Klaus Baumeister- Münster/München - Junge Paare in Münster leben auf wenigen Quadratmetern, falls es nicht anders möglich ist, Hauptsache zentral. Aber wenn sich das erste oder gar das zweite Kind ankündigt, kommt die Frage: Wie wäre es mit einem Reihenhaus? Notfalls würde es das Paar auch akzeptieren, nach Hiltrup oder Handorf zu ziehen, Hauptsache ein eigener Eingang und mindestens 50 Quadratmeter Garten hinterm Haus.

Achim Friedrich und Lars Mönig von der Sparkassen-Immobilien GmbH in Münster beraten regelmäßig solche Paare. „Erst erzählen uns die Kunden von ihren Wünschen, dann fragen wir nach dem Finanzrahmen“, plaudert Geschäftsführer Friedrich, der sich derzeit auf der Immobilienmesse „Expo Real“ in München aufhält, aus dem Nähkästchen. Spätestens wenn das Paar berichte, dass bei 250 000 Euro das Limit liege, kommt die Gegenfrage: „Muss es unbedingt Münster sein? Oder geht auch Everswinkel? Oder Albersloh?“

Junge Familien, da reden die beiden Immobilien-Experten nicht lange um den heißen Brei herum, haben es schwer in Münster. Der Trend gehe zu verdichtetem Bauen, zu Ein- und Zwei-Personen-Appartements, der Markt und die Quartiere seien ausgerichtet auf Studenten, junge Berufsanfänger, Singles oder Senioren nach der Familienphase. Da bleibe buchstäblich nicht viel Platz für das Eigenheim mit kleinem Garten, berichten die Sparkassen-Vertreter.

Viele jungen Paare in Münster können sich den Traum vom Eigenheim nur erfüllen, weil Eltern und Schwiegereltern noch Geld oben drauf legen. Wenn dem nicht so sei, bleibe meist nur die Alternative: „Weniger Quadratmeter oder Umzug ins Umland.“ Statt eines Eigenheimes sei es dann die Eigentumswohnung am Stadtrand, so Lars Mönig. Statt vom Geistviertel sei dann von Greven die Rede.

In nahezu allen Fällen werden „im Verlauf der Wohnungssuche die Ansprüche runtergeschraubt“. Selbst Ostbevern und Telgte seien inzwischen teilweise so teuer, dass diese Wohnstandorte für junge Familien mit mittlerem Einkommen nicht mehr infrage kämen.

Wie man damit umgehen soll? Achim Friedrich und Lars Mönig wissen kein Patentrezept, aber eine Antwort kennen sie auf jeden Fall: „Es muss mehr gebaut werden.“ Jede neu erstellte Wohnung ziehe drei Umzüge nach sich, berichten sie.

Will sagen: So kommt in die Quartiere eine Dynamik, von der dann vielleicht auch junge Paare mit Kind profitieren.

Quelle: Westfälische Nachrichten

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