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Immobilienpreise in Münster weiter im Höhenflug

Achim Friedrich, Geschäftsführer der Sparkassen Immobilien GmbH

Beitrag der Westfälischen Nachrichten vom 11.09.2020, Autorin Karin Höller.

Die Preise für Wohnraum in Münster steigen weiter. Für Neubauwohnungen wurde im ersten Halbjahr 2020 im Durchschnitt eine Miete von fast 13 Euro pro Quadratmeter verlangt. Schwieriger ist das Geschäft mit Büro-Objekten.

Die Corona-Krise hat auf den Immobilienmarkt in Münster offenbar kaum Auswirkungen - zumindest was Wohngebäude angeht. Die Nachfrage übersteigt weiterhin das Angebot, was sich in steigenden Preisen niederschlägt. Anders sieht es bei Gebäuden mit integrierten Geschäftsflächen (vor allem für Einzelhandel oder Gastronomie) und bei Bürogebäuden aus. „Hier ist das Geschäft schwieriger geworden, die Nachfrage gesunken, denn die Entwicklung ist noch nicht absehbar“, resümiert der Geschäftsführer der Sparkassen Immobilien GmbH, Achim Friedrich.

Für die Preise für Wohnraum gibt es dagegen nur eine Richtung: nach oben, wie exemplarisch für die Branche die Immobilienunternehmen Homann sowie Engel & Völkers bestätigen. Die durchschnittlich geforderte Miete für Neubauwohnungen in Münster lag danach im ersten Halbjahr 2020 mit knapp 13 Euro rund drei Prozent über dem Vorjahreswert. „Für Bestandswohnungen werden im Mittel 10,21 Euro aufgerufen, 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr“, erklärt Markus Baumgarte, Geschäftsführer bei Engel & Völkers.

Besonders dynamisch entwickelten sich im ersten Halbjahr 2020 die Mieten in Münster-Nord. „Die durchschnittliche Angebotsmiete übertraf erstmalig die Neun-Euro-Marke und lag mit 9,05 Euro pro Quadratmeter, 8,9 Prozent über dem Vorjahreswert“, hebt Anlageimmobilien-Experte Fabian Tillmanns von Engel & Völkers hervor.

So teuer sind Baugrundstücke in Münster

Die Mietspannen variieren je nach Lage und Ausstattung. Dabei gilt eine Faustformel: Bei kleineren Wohnungen ist der Quadratmeterpreis meist höher. Baumgarte nennt ein Beispiel: Für eine 20 Jahre alte 100-Quadratmeter-Wohnung in Münsters am schnellsten wachsenden Stadtteil Gievenbeck bewege sich die Miete zwischen neun und 12,50 Euro pro Quadratmeter, bei einer 60-Quadratmeter-Wohnung zwischen zehn und 13 Euro.

Wer noch ein Grundstück mit einem Einfamilienhaus in mittlerer Wohnlage ergattern kann, muss allein für das Grundstück zwischen 550 und 750 Euro pro Quadratmeter kalkulieren.

"Weiteres Wohnbauland in Münster entwickeln"

Für die erste Jahreshälfte 2020 hat der städtische Gutachterausschuss für Grundstückswerte knapp 1250 Kaufverträge für Wohnungen, bebaute und unbebaute Grundstücke ausgewertet. „Bei den unbebauten Grundstücken gibt es 40 Prozent weniger Kaufabschlüsse als im Vergleichshalbjahr 2019“, heißt es in einer Pressemitteilung. Denn zurzeit gebe es wenige Angebote. „Weiteres Wohnbauland in Münster zu entwickeln, ist sehr wichtig“, betont Jochen Marienfeld, Vorsitzender des Gutachterausschusses.

Bei gebrauchten Ein- und Zweifamilienhäusern bewegten sich die Preise im Mittel bei rund 4000 Euro pro Quadratmeter. „Für Doppelhaushälften und Reihenhäuser stiegen sie um etwa zehn Prozent auf einen Mittelwert von 3500 Euro pro Quadratmeter, während weiterverkaufte Mehrfamilienhäuser um rund fünf Prozent günstiger wurden (Mittelwert 3000 Euro/Quadratmeter)“, heißt es weiter.

Preise für Wohnungen steigen weiter

Groß ist laut Gutachterausschuss die Zahl der im ersten Halbjahr 2020 verkauften Eigentumswohnungen. Allein 320 neu erbaute Wohnungen wurden stadtweit zwischen Januar und Juni 2020 verkauft – 2019 waren es 130.

Um zehn Prozent teurer wurden gebrauchte Wohnungen in den äußeren Stadtteilen, sie kosteten durchschnittlich 2500 Euro pro Quadratmeter.

Sparkasse rechnet mit nachhaltigen Auswirkungen

Die Corona-Krise wird nach Ansicht des Sparkassen-Immobilienexperten Achim Friedrich nachhaltige Auswirkungen auf die künftige Konzeption von Bürogebäuden haben. „Denn Homeoffice wird sich immer stärker durchsetzen.“ Die Sparkassen Immobilien GmbH arbeite bereits mit neuen Instrumenten wie virtuellen Rundgängen. Friedrich: „Wir drehen seit sechs Wochen von jedem Haus Besichtigungsvideos, damit persönliche Kontakte gemindert werden. Ein neues Instrument, das bei Verkäufern wie Käufern gut ankommt.“

Quelle: Westfälische Nachrichten, 11.09.2020

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