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Die Schonfrist geht zu Ende

Rauchwarnmelder sind ab dem 1. Januar in allen Wohnungen Pflicht / Zeitvorteil für Retter

Rauchmelder sind Lebensretter: Einsatzleiter Dirk Hülsken (rechts) und sein Kollege Stefan Wolbeck präsentieren drei der gängigsten Geräte, die ab dem 1. Januar 2017 in jedem Wohnhaus zur Pflicht werden. Tipps zur richtigen Anbringung gibt es im Fachhandel und natürlich bei der Feuerwehr.

-Helmut P. Etzkorn- Münster - Für Einsatzleiter Dirk Hülsken ist es der „unspektakuläre Klassiker“: Es brennt in der Pfanne auf dem Herd in der Küche in einem Mehrfamilienhaus an der Dreizehnerstraße, niemand scheint daheim zu sein.

Zum Glück hören Nachbarn das Piepsen des Rauchwarnmelders und alarmieren die Feuerwehr. Und Dirk Hülsken trifft mit seinem Löschzug schnell ein, die Flammen bleiben auf den Herd beschränkt und die übrigen Zimmer bewohnbar.

Hülsken: „Die kleinen Melder bringen uns den oftmals entscheidenden Zeitvorteil, damit ein kleines Feuer nicht zum großen Brand wird.“ Bis zum 1. Januar 2017 müssen alle Wohngebäude mit den lautstarken Lebensrettern ausgestattet sein. „Viel Sicherheit für wenig Geld“, fasst Hülsken zusammen. Und erinnert sich an dramatische Wohnungsbrände in den Nachtstunden. „Weil im Schlaf der Geruchssinn abgeschaltet ist, riechen die Menschen den Brandrauch nicht und ersticken schon, bevor die Flammen auch für Nachbarn sichtbar lodern. Ein überflüssiger, schleichender Tod!“

Seit dem Sommer hat die Zahl der Haushalte, die in Münster mit den Meldern ausgerüstet wurden, sprunghaft zugenommen. Exakte Statistiken gibt es zwar nicht, aber Hülsken merkt es tagtäglich bei den Alarm-Ausrückern. „Passanten oder Bewohner von gegenüber hören in der Nacht das Piepsen und können das Geräusch identifizieren, weil sie selbst Melder daheim unter der Decke haben. Dann rufen sie uns an und wir rücken natürlich aus“, so der Verantwortliche für den vorbeugenden Brandschutz bei der Berufsfeuerwehr Münster.

Häufig ist es zwar ein Fehlalarm, weil die Piepser aus unerfindlichen Gründen angeschlagen haben. „Das ist aber egal. Wir kommen lieber einmal mehr als zu spät“, so Hülsken. Kosten entstehen übrigens in keinem Fall. Weder für den Anrufer noch für den Hausbesitzer. „Wer uns in guter Absicht alarmiert, muss dafür nichts zahlen“, sagt er.

Bundesweit gehen Feuerwehr und Versicherer von jährlich 400 Rauchgas-Toten aus. Mit der aus Sicht von Sicherheitsexperten längst überfälligen Installationspflicht der Melder soll die Zahl der Opfer gesenkt werden. Schlafräume, Kinderzimmer und Flure, die zu Aufenthaltsräumen führen, müssen ebenso wie offene Treppenräume mit Geräten an der Decke ausgestattet werden.

Die Bandbreite an Rauchwarnmeldern ist groß. Wer nicht häufig auf die Leiter klettern will, sollte etwas teurere Geräte mit einer Zehn-Jahres-Batterie nutzen. Sind Räume ineinander verschachtelt oder ist das gesamte Gebäude von der Bauweise her unübersichtlich gestaltet, empfehlen sich Funkmelder. Löst ein Gerät Alarm aus, werden alle damit verbundenen Melder in der Wohnung ebenfalls sofort und unüberhörbar aktiv. Spezialmelder mit akustischen und optischen Warnsignalen gibt es für Hör- oder Sehbehinderte. Möchte man auch Küchen und Badezimmer ausstatten, sollten es wegen der aufsteigenden Wasserdämpfe besser spezielle Hitzemelder sein.

Hülsken: „Wer mehr als den üblichen Standard will, sollte sich von Fachleuten beraten lassen. Für jede Immobilie gibt es passgenaue Lösungen. Und nicht alles, was am Markt angeboten wird, ist für die eigenen vier Wände auch sinnvoll.“

Kontrollen sind vom Gesetzgeber nicht geplant. Kommt es aber zu Bränden mit Personenschäden, werden sich Staatsanwaltschaft und Versicherungen melden und fragen, ob die Warnmelder installiert waren.

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