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Sicher durch den Sturm

Sparkasse Münsterland Ost setzt im Zinstief auf neue digitale Angebote

Optimistischer Sparkassenvorstand (v.l.): Markus Schabel, Klaus Richter, Peter Scholz und Roland Klein.

-Karin Höller- Münster - Das anhaltende Niedrigzinsniveau setzt auch die Sparkasse Münsterland Ost gehörig unter Druck. „Kein laues Lüftchen mehr, sondern Sturm von vorn“, wie es Vorstandsvorsitzender Markus Schabel bei der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag bildlich ausdrückte. Mit der bereits 2016 eingeleiteten Umstrukturierung und Verschlankung des Filialnetzes sowie neuen digitalen Serviceangeboten will das Kreditinstitut dem erhöhten Kostendruck begegnen.

Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen, zu denen laut Schabel auch die steigenden Auflagen für das Bankgeschäft gehören, wuchs die Bilanzsumme der Sparkasse Münsterland Ost 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 2,6 Prozent auf 9,07 Milliarden Euro. „Damit haben wir zum ersten Mal die Neun-Milliarden-Marke überschritten.“ Dass die Kundeneinlagen mit 6,8 Milliarden Euro um 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr leicht sanken, bewertete Schabel angesichts der Niedrigzinsphase als durchaus positiv. Im Austausch mit institutionellen Großkunden habe man vermeiden können, „dass große Einlagen-Volumina zu uns umgelenkt werden“. Schließlich müsse die Sparkasse inzwischen einen Minus-Zinssatz von 0,4 Prozent bei der Europäischen Zentralbank bezahlen. Privatkunden, deren Einlagen um 5,7 Prozent auf nun 4,8 Milliarden Euro stiegen, müssten indes keine Minuszinsen für das Parken von Geld auf dem Girokonto befürchten. Zudem gebe es derzeit keine Planungen, die Gebühren für Girokonten zu erhöhen, wie es gerade andere Sparkassen angekündigt haben, erklärte Pressesprecher Dr. Uwe Koch. Auch das Abheben am Geldautomaten bleibe kostenfrei. Um die Sparkasse Münsterland Ost für die Zukunft zu stärken, sollen neben der persönlichen Beratung digitale Angebote ausgebaut werden. Schon jetzt gebe es 144 000 Online-Banking-Nutzer. Vorstandsmitglied Klaus Richter nannte anschauliche Beispiele: Neue Smartphone-Apps machen es möglich, Rechnungen abzufotografieren und mit einem Klick fällige Beträge zu überweisen. Und 18 000 Kunden nutzten bereits das Online-Beratungszentrum.

Die Finanzierung von Zukunftsinvestitionen des Mittelstandes bleibe zudem eine der wichtigsten Aufgaben der Sparkasse Münsterland Ost, unterstrich Vorstandsmitglied Roland Klein. Angesichts der Minizinsen stieg der Kreditbestand Ende 2016 auf 6,6 Milliarden Euro (plus 1,4 Prozent). Aufgrund der hohen Standards bei der Kreditvergabe und einer soliden Finanzausstattung der Käufer sieht Klein trotz der gestiegenen Preise „derzeit keine Tendenzen einer Immobilienblase“. Bei der privaten Baufinanzierung „konnten wir über 4000 Mal dabei helfen, den Traum von den eigenen vier Wänden zu realisieren“.

Bei der Umstrukturierung des Filialnetzes bleibt das Kreditinstitut zudem im Zeitplan, wie Vorstandschef Markus Schabel betonte. In diesem Jahr sollen sechs weitere Filialen in Zweigstellen mit reduzierten Öffnungszeiten oder Selbstbedienungs-Standorte umgewandelt werden – zum 1. April beispielsweise wird die Filiale am Inselbogen zum SB-Standort.

Bilanzdaten

  • Die Bilanzsumme der Sparkasse Münsterland Ost wuchs von 8,83 Mrd. Euro im Jahr 2015 auf 9,07 Euro im Jahr 2016 (plus 2,6 Prozent)
  • Das Kundengeschäftsvolumen (Kundenkredite, Kundeneinlagen, Kundenbestände im Wertpapiergeschäft): 16,1 Mrd. Euro.-Kundeneinlagen insgesamt: 6,8 Mrd. Euro (-3,7 Prozent)
  • Einlagen der Privatkunden: 4,8 Milliarden (plus 5,7 Prozent)
  • Kreditbestand zum Stichtag 31. Dezember 2016: 6,6 Mrd. Euro (plus 1,4 Prozent) -Betriebsergebnis: 112 Mio. Euro (Vorjahr 114 Mio. Euro)
  • Zinsüberschuss: 201,7 Mio. Euro (-0,5 Prozent)
  • Jahresüberschuss zum vierten Mal in Folge bei 20 Millionen Euro
  • Sponsoring und Spenden: 3,3 Mio. Euro
  • Aufstockung des Stiftungskapitals um 10 Mio. Euro auf 40 Mio. Euro

Quelle: Westfälische Nachrichten

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