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Miet-Galopp in Metropolen hält an

Institut: Kaltmiete wächst auch in Münster und im Kreis Coesfeld im Jahresvergleich um über sechs Prozent

Foto: dpa

-jst/dpa- Münster/bonn - Der Immobilienboom in Deutschland hat die Wohnungsmieten im ersten Halbjahr weiter in die Höhe getrieben. Die Kaltmieten bei Neuverträgen legten gemessen am Vorjahreszeitraum im Schnitt um 4,4 Prozent zu, geht aus einer am Freitag veröffentlichte Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hervor.

Weit über dem Bundesdurchschnitt liegt der Mietanstieg in Münster und im Kreis Coesfeld, wo der BBSR ein Mietplus für Neumieter zwischen sechs und acht Prozent ermittelte. Für die Kreise Borken, Steinfurt und Warendorf bezifferte das Institut den Anstieg lediglich auf zwei bis vier Prozent.

Bundesweit setzte sich das Gefälle zwischen Stadt und Land fort. Während in Städten mit mehr als 500 000 Einwohnern bei Neu- und Wiedervermietungen ein Plus von im Schnitt 5,6 Prozent auf 10,39 je Quadratmeter verzeichnet wurde, ergab sich in den ländlichen Kreisen nur ein Zuwachs um 3,4 Prozent auf 6,03 . Spitzenreiter bei Neuvertragsmieten bleibt München mit einer durchschnittlichen Kaltmiete von 16,40 pro Quadratmeter, gefolgt von Frankfurt (12,95 ) und Stuttgart (12,44 ).

Für Münster gab das BBSR für den durchschnittlichen Quadratmeterpreis bei Neuvermietungen keinen konkreten Wert an, sondern nur eine Preisspanne von neun bis zehn . In den Kreisen Borken, Coesfeld und Steinfurt liegt dieser Wert zwischen sechs und sieben, im Kreis Warendorf sogar noch leicht darunter.

Der Trend zu steigenden Mieten dürfte sich künftig noch verschärfen, weil in ganz Westfalen und in den Metropolen am Rhein eine stark sinkenden Zahl neuer Wohnungen gemeldet wird. War die Zahl im vergangenen Jahr noch gestiegen, so wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 2017 im ganzen Land deutlich weniger Wohnungen genehmigt. Unter anderem brachen die Zahlen im Regierungsbezirk Münster kräftig ein – und zwar um 17 Prozent, meldete des statistische Landesamt IT.NRW.

Im Münsterland war das Minus im Kreis Borken mit 25,2 Prozent am höchsten, gefolgte von der Stadt Münster (minus 24,1 Prozent), dem Kreis Coesfeld (minus 20,4 Prozent) sowie den Kreisen Warendorf (minus 17,4 Prozent) und Steinfurt mit nur minus 9,4 Prozent.

„Für uns ist das ein schlechtes Signal“, sagte Silke Gottschalk, die Geschäftsführerin des Deutschen Mieterbundes NRW. Es sei wichtig, dass bezahlbarer Wohnraum in den Ballungsräumen des Landes entstehe.

Quelle: Westfälische Nachrichten

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